DIE THERAPIE      
         
  Archiv Vorträge
Archiv Sonderveranstaltungen
<< home
       
           
  Samstag, den 30. April 2011, 19 Uhr
Substanz-Monismus, Parallelismus und Erkenntnistheorie. Skizze einiger Spinozistischer Thesen.

Tobias Still, Philosoph aus Frankfurt, wird uns die Überzeugung, dass es einen freien Willen gibt, im Sinne Spinozas ausreden.

Baruch de Spinoza (1632-77) gilt als eine der radikalsten Figuren unter den frühen Aufklärern. Der Historiker Jonathan I. Israel geht sogar so weit, dass er Spinoza und dem Spinozismus ins Zentrum einer neu zu schreibenden Geschichte der europäischen Aufklärung rücken will. Diesem Revisionismus entspricht, dass die Rezeption von Spinozas Werk lange Zeit starken konjunkturellen Schwankungen unterlegen war. Nach einer Hochphase vom späten 18. bis zum 19. Jhd., deren Wirkung auf wichtige Köpfe wie Marx und Nietzsche nachweisbar ist, erleben wir die letzte und vielleicht umfassendste "Spinoza-Renaissance" erst seit den 1960er Jahren.
Ein Grund dafür ist sicherlich, dass Spinozas rationalistische Philosophie trotz (oder gerade wegen) seiner Radikalität äußerst schwierig zu interpretieren ist. Vieles an seinem System macht perplex und scheint auf den ersten Blick paradox. Einige klassische Interpretationen in denen frühere Kommentatoren offensichtliche Widersprüche aufzudecken glaubten, sind heute widerlegt oder zumindest entkräftet. Das ändert aber nichts daran, dass wesentliche Punkte immer noch ungeklärt oder umstritten sind.
Zu Spinozas befremdlichen und überraschend aktuellen Thesen gehört neben der strikten Leugnung des freien Willens die Leugnung jeglicher kausaler Interaktion (die "explanatorische Barriere") zwischen körperlichen (physischen) und geistigen Dingen. Damit wird nicht nur die uns (spätestens) seit Descartes vertraute Vorstellung obsolet, wonach mein Wille (bzw. Gedanke), dass mein Arm sich heben möge, verantwortlich dafür ist, dass mein Arm sich hebt. Spinoza erklärt die Korrelation von mentalen und physischen Prozessen durch die als "Parallelismus" von Denken und Ausdehnung berüchtigt gewordene These, wonach Ideen und Körper zwar kausal voneinander getrennt, jedoch in ihrer "Ordnung und Verknüpfung" übereinstimmen. Subjektiver Geist (bzw. Bewusstsein) scheint dabei nichts anderes zu sein, als eine Repräsentation körperlicher Zustände, wobei wesentliche Probleme der Erkenntnistheorie durch die physische bzw. psychische Limitiertheit endlicher Subjekte erklärt werden. Diese vor allem erkenntnistheoretischen Zusammenhänge versuche ich in meinem Vortrag etwas zu erhellen und (wo es sinnvoll ist) mit der nicht weniger berüchtigten Metaphysik Spinozas in Verbindung zu bringen. Es ist vor allem Michael Della Roccas Interpretation auf die ich mich dabei stützen werde.


 

spinoza

 

   
  Sonntag, den 20. Februar 2011, 19 Uhr
Abformungen

Kunstformer Thomas Schelper wird uns in die unterschiedlichen Techniken des Abformens einführen, als auch über die Geschichte und die Besonderheit der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin aufklären.

Die Gipsformerei fertigt seit fast 200 Jahren Repliken aus überwiegend Berliner, aber auch aus europäischen Museen an. Dadurch repräsentiert sie einzigartig ein Stück Kultur- und Architekturgeschichte der Berliner Museen. Mehr als jedes andere Material eignet sich der Werkstoff Gips, Feinheiten historischer Originalobjekte wiederzugeben. Die Gipsformerei, die älteste Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin, lässt auf einzigartige Weise ein "musée imaginaire" entstehen, das von den wichtigsten Werke der klassischen Antike, wie die Laokoon-Gruppe oder den nahezu vollständigen Pergamon-Altar, zur Kunst Ägyptens mit der Büste der Königin Nofretete, bis ins frühe 20. Jahrhundert mit dem Denker von Rodin reicht.

 

 

   
           
         
           
         
           
  Donnerstag, den 14. Mai 2009, 21 Uhr
Wiederholung, Differenz – Emergenz? Einblicke in die soziologische Praxistheorie

Dr. Tanja Bogusz, Soziologin, stellt uns ihre aktuelle Arbeit zum Thema Praxistheorie vor. Ab wann wird eine Praxis performativ? Welche schöpferischen, unvorhersehbaren und irritierenden  Aspekte der Praxis bringen Differenz nicht nur im Sinne von Distinktion, sondern im Sinne neuer Möglichkeitsräume hervor? Der Begriff der Emergenz – der Prozesse des Hervorbringens neuer Komplexitäten beschreibt – verspricht ein sinnbringendes Getaway aus dem klassischen Konflikt zwischen Wiederholung und Differenz zu sein, weil Emergenz überall dort anzutreffen ist, wo sich Wiederholung und Differenz vergleichzeitigen – also in der Praxis. T. B. hofft im Anschluss auf den Vortrag auf einen Austausch über die Frage, ob und wie Praxis und Emergenz in der künstlerischen Produktion dazu beitragen, ästhetische Erfahrungen zu machen.

Dr. Tanja Bogusz, geboren 1970 in Hamburg-Altona, gelernte Industriemechanikerin. Diverse Jobs als Briefzustellerin, Druckerin und im internationalen Gewerkschaftsaustausch, Studium Französisch, Journalistik und Soziologie in Hamburg, Paris und Berlin. Promotion 2006 bei Wolf Lepenies über die Berliner Volksbühne, danach wiss.
Mitarbeiterin und Dozentin an der Friedrich-Schiller Universität Jena und der Technischen Universität Dresden. Seit 2008 an der Berliner Humboldt Universität zu Berlin/Institut für Europäische Ethnologie.
 

 

 

 

   
           
         
           
         
           
  Donnerstag, 31. Januar 2008, 19.30-22 Uhr
Magie des Unterberwussten - Macht der Gedanken
The next Uri Geller?


Ein Abend mit dem Mentalisten, Gedankenleser und Experimentalmagier Thorsten Dankworth

Thorsten Dankworth präsentiert in der Therapie sein Mental Programm "Gedankenspiele", welches nicht ohne Augenzwinkern auf die unerklärlichen  Phänomene der Parapsychologie zurückgreift und den stets eingebundenen Zuschauern langsam aber unausweichlich den Boden der Realität entzieht.
Im anschließenden Gespräch erläutert Dankworth die Unterschiede des klassischen Zauberkünstlers zum Mentalisten und plaudert über das gegenwärtige Interesse an der Mentalmagie im Spannungsfeld zwischen Auftritten auf Betriebsfesten, Symposien und dem medialen Hype um Castingshows wie "The next Uri Geller".

Thorsten Dankworth, geb. 1967, arbeitete als Musiker, Hörspielproduzent und Kommunikationswirt im Bereich Marketing und "zaubert" seit seinem achten Lebensjahr.
Seit fünf Jahren betätigt sich Dankworth als Experimentalmagier und Mentalist.
 

 

 

 

   
           
         
           
         
           
  Freitag, 27. Juli 2007, 20-22 Uhr
"Die Familie Yildirim braucht einen Fernseher" *

Christine Lemke, Künstlerin/Autorin und zurzeit Deutschlehrerin im Türkisch-Deutschen Zentrum, Neukölln, führt uns in die Konstruktionen von Identität und Realität in den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge autorisierten Deutschlehrbüchern für Migranten im Rahmen der sogenannten "Integrationskurse" ein. Ein Vortrag mit Bild- und Hörbeispielen.

* Satzkonstruktion und Bild aus der Übung B3/1, Seite 32, Kapitel 1 "Alte Heimat / Neue Heimat", Pluspunkt Deutsch, Kursbuch 1, Cornelsen Verlag, Berlin 2004
 

 

 

 

   
           
         
           
         
           
  Mittwoch, 18. April 2007, 20-22 Uhr
The Halfmoonfiles
Dr. Britta Lange, Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin, und Philip Scheffner, Dokumentarfilmer, Berlin, führen uns in die medialen Archivierungsversuche von Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg ein.
Vortrag mit historischem Ton- und Filmmaterial.

Während des Ersten Weltkriegs trafen deutsche und österreichische Forscher mit internierten Soldaten muslimischen und anderen nicht-christlichen Glaubens in Kriegsgefangenenlagern zusammen. Zwischen 1915 und 1918 untersuchten Kommissionen von Wissenschaftlern beider Länder vor allem internierte russische, indische und nordafrikanische Soldaten. Die „exotischen" Kriegsgefangenen wurden Objekt zahlreicher wissenschaftlicher Studien in Anthropologie, Ethnologie, Sprach-, Musik- und Rechtswissenschaft. Die Produkte dieser Untersuchungen schufen Sammlungen von Daten und Medien und füllten Archive: so das Berliner und das Wiener Lautarchiv.
In dem Vortrag, der die historischen Erzählungen über die „Fremden" anhand von Ton- und Filmbeispielen aus dem Ersten Weltkrieg nachzeichnet, entsteht aus der Perspektive des „Heute" ein fragiles audiovisuelles Netz von Geschichten, die sich wiederum zu einer Erzählung zusammenfügen: einer Erzählung über die Verflechtungen zwischen Politik und Unterhaltungskultur, zwischen Krieg, Kolonialismus, Wissenschaft und Medien.

http://www.halfmoonfiles.de
 

 

 

 

 

   
           
         
           
         
           
  Dienstag, 7. November 2006, 20-22 Uhr
Scheitern als Chance? Der Flop als Forschungsgegenstand
Dr. Reinhold Bauer, Technik- und Wirtschaftshistoriker, versucht auf Basis einer Geschichte gescheiterter Innovationen eine Typologie des Scheiterns zu entwickeln.

       
           
         
           
  Mittwoch, 9. August 2006, 20-22 Uhr
Mit Menschenrechten gegen Hunger
Ester Wolf aus Genf von der Menschenrechtsorganisation FIAN (FoodFirst Information and Action Network) berichtet über den Kampf der brasilianischen Bauern um deren Land.
Diskussion und Caipirinha im Anschluss!

Weitere Informationen als PDF
       
           
         
           
  Sonntag, 30. Juli 2006, 20-22 Uhr
Mollusken in Posidoniawiesen
Alexandra Toletti, Meeresbiologin, erläutert ihre Untersuchungen zu Vorkommen und Diversität der Mollusken im Lebensraum der Posidoniawiesen im marinen Nationalpark "Kornati" vor der kroatischen Adriaküste.
     
           
         
           
         
           
  Sonntag, 2. Juli 2006, 20 Uhr
JOERG WAEHNER liest aus »EINSTRICH KEINSTRICH«
»Dieses Amalgam aus Aufzeichnungen, Dokumenten, Kalenderblättern ist extrem magnetisch, der Gegenpol zu all dem kaum mehr erträglichen So-Schlimm-War-Es-Doch-Gar-Nicht-Gesülze der DDR-Nostalgiker jedweder Herkunft. Minimalistisch genau und eben darum aufregend erzählt der Autor Joerg Waehner vom Soldaten Joerg Waehner, von totaler Überwachung und von den Selbstentfremdungsstrategien, die Stasi, Armee, Gesellschaft an ihm erprobten, letztlich erfolglos, denn auch er beobachtete, notierte, sammelte - die Beweise für das, was unglaublich, ja, absurd wäre, wenn er es nicht getan hätte.« (Katja Lange-Müller)

Rezension von Frank Meyer als PDF
     
           
         
           
         
           
  Freitag, 24. Februar, 20-22 Uhr
Affenhoden und Pubertätsdrüsen
Dr. Heiko Stoff, TU Braunschweig, erzählt die Geschichte der Verjüngung im 20. Jahrhundert.
     
           
           
           
         
           
  Donnerstag, 01. Dezember, 20-22 Uhr
Schlüssel zum Gedankenschloss
Jens Dammann, Arzt in der Psychatrie, führt uns in die Welt schizophrener Möglichkeiten ein.
     
           
         
           
  Donnerstag, 25.August, 20-22 Uhr
Kristalle, Brüche und Blattadern
Dr. Steffen Bohn, NY und Paris, führt uns in das Wachstum skalarer und tensorieller Felder ein.

Komplexe Strukturen, die wir in Natur und Technik antreffen, sind gewachsen. Um die finale Form kann nur verstanden werden wenn wir den Entstehungsprozess Schritt für Schritt verfolgen. Erstaunlich oft können so komplexe Muster auf einfache (biologische, chemische oder physikalische) Mechanismen zur¨ckgeführt werden. In meinem Vortag in der "Therapie" versuche ich die mathematische Beschreibung versuchen einmal nicht zu umgehen, sondern gerade auf sie mein Augenmerk richten. Es geht mir darum zu zeigen, dass die beobachteten Strukturen weniger von den konkreten Mechanismen abhängen, als vielmehr von deren mathematischer Struktur.
     
           
         
           
         
           
    Sonderveranstaltungen        
           
  Samstag, 22. Juli 2006., ab 19 Uhr
Potluck Confessional
Neighborhood Public Radio (USA)
zu Gast in Hamburg
19 Uhr: "Potluck"-Essen. Jeder Gast bringt eine Speise zum Teilen mit.
ab 21 Uhr: Broadcast der Veranstaltung mit Live-Musik, "Confession-Booth" und "Die Therapie"-Coctail-Bar
Gastatelier, Admiralitätstr. 75, Hamburg
Die genaue Adresse zum Webstream des Abends kann unter http://www.conceptualart.org/npr gefunden werden.
     
           
  Mittwoch, 21. Dezember 2005, 20 Uhr
Fröhlich soll mein Herze springen
"Ich habe in der Kindheit ein Instrument gelernt und es nie wieder gespielt?"
Zusammen wollen wir uns auf den Pfad der Erinnerung begeben. Instrument schon mal stimmen, Getränk und Plätzchen einpacken und dann kann's losgehenin der Therapie
     
           
         
           
         
           
  Montag, 18. Juli 2005, 20 Uhr
Tote Oma Konzert
Performance-Konzert mit Luis Guerra (Chile) und Lee Montgomery und Jon Brumit (USA)
     
           
         
           
         
   
<< home